Die Bestände des Archives Wiener Neustadt

Der Urkundenbestand des Archives von Wiener Neustadt ist der größte von allen niederösterreichischen Stadtarchiven. Diese reichen bis in die Zeit des Babenbergerherzogs Friedrich II. zurück. Darunter befinden sich das stadtrechts- ähnliche Privileg König Rudolfs I. von 1277, Privilegienbestätigung seiner Nachfolger - besonders Kaiser Friedrichs III. - sowie der ungarischen Könige die den Weingartenbesitz Wiener Neustädter Bürger in Ungarn betreffen. Kaufverträge mit den hier ansässigen Klöstern, Dokumente der großen mittelalterlichen jüdischen Gemeinde, die Gewölberegister des Handelsherren Alexius Funck (1521) und vieles mehr hat im Archiv seinen Platz gefunden. Für die Stadtverwaltung waren die sogenannten Stadt- oder Ratsbücher vor allem von Bedeutung, die auch - seit 1431- die Bürgerinnen- und Bürgertestamente enthalten, ferner die mittelalterlichen Grundbücher und die "Bürgermeister-Gedenkbücher", die den Inhalt der Ratssitzungen zum Gegenstand haben. Seit dem 16. Jahr- hundert werden auch Pläne aufbewahrt, deren ältester vermutlich aus dem Jahr 1580 stammt. Neben dem umfangreichen Aktenbestand aus dem 18. und 19. Jahrhundert, der sogenannten "Alten Registratur", verfügt das Stadtarchiv auch über eine reichhaltige Fotosammlung. Dazu kommen ein Zeitungs- und ein historisches Meldeamtsarchiv, verschiedene Nachlässe sowie eine umfangreiche wissenschaftliche Handbibliothek, die auch Bestände der im 18. Jahrhundert aufgehobenen Klöster der Stadt beinhaltet.